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Corona-Schockstarre

Tourismus-Überraschung gekippt

Die Tourismus-Überraschung bleibt nun doch aus. Zuvor gab es Hinweise, dass die Vermietung von Ferienwohnungen und Wohnmobilen wieder gestattet werden könnte. Bund und Länder wollen die Situation aber erst am 22. März neu bewerten und dann entscheiden. Der Lockdown bekommt zwar Löcher, aber im Grundsatz bleibt er erhalten. So lautet das Ergebnis der mehr als neunstündigen Bund-Länder-Runde am 3. März 2021. Die Reisebranche ist enttäuscht und sieht sich - wie befürchtet - außen vor.

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Im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen wurde immer deutlicher: Die Reisebranche würde bei den Beschlüssen zur weiteren Lockerung zur Randnotiz verblassen. Entsprechende Reaktionen aus der Touristik gab es daher bereits am Vortag. Es ist so gekommen wie befürchtet: Mehr Kontakte, mehr Tests, mehr Impfungen und Lockerungen für einzelne Branchen sowie ein detaillierter Stufenplan mit Notbremse, falls sich die Pandemielage verschlechtert. Allerldings will sich die Bund-Länder-Runde mit der Reisebranche erst wieder ab 22. März befassen. Das ist ein Schlag ins Gesicht des Tourismus.

Die ersten Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Die Ergebnisse sind ein Schlag ins Gesicht der gesamten Tourismusbranche. Von den groß angekündigten Öffnungsperspektiven für die Wirtschaft sehen wir nahezu nichts – nur für die Außengastronomie gibt es eine vage Perspektive, wird moniert. Zugleich verweist die Branche auf den inzwischen über vier Monate andauernden Lockdown für touristische Betriebe. Dabei gebe es keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb eine absichernde Teststrategie für andere Branchen denkbar, mit Blick auf touristische Aktivitäten aber nicht umsetzbar sein solle. Hinzu kommt, dass in touristischen Betrieben eine Nachverfolgung der Kontakte problemlos möglich wäre. Vor Ostern sollte es eine Öffnung mit entsprechenden Auflagen für die Betriebe geben, anderenfalls werde man einen nie gesehenen Kahlschlag in der Tourismuslandschaft erleben, mahnen Sprecher.

(03.03.2021, 23.10 Uhr)

ENTTÄUSCHEND! Die Reisebranche sieht sich außen vor. Dabei liegen schon lange durchdachte und ausgewogene Vorschläge auf dem Tisch. "Auch in der Branche herrscht Einsicht, dass eine Öffnung verantwortbar sein muss", räumt DTV-Präsident Reinhard Meyer ein. Aber statt Öffnungsstrategien steht wieder mal nur eine Vertagung auf der Tagesordnung der Politik. Wie ein Hohn liest sich folgender Text auf der Seite der baden-württembergischen Landesregierung: "Baden-Württemberg ist mit jährlich über 57 Millionen Übernachtungen das zweitwichtigste deutsche Reiseland. Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor und ein Jobmotor im Land. Die Landesregierung unterstützt deshalb die verschiedenen Tourismuseinrichtungen und fördert innovative und nachhaltige Segmente im Tourismus." Ich wollte mehr wissen und habe mich auf der Webseite des Tourismusministers nach hilfreichen Inhalten umgesehen. Wie geht es weiter? Hat man sich im Ministerium Strategien überlegt? Zwar schreibt Minister Guido Wolf in seiner Begrüßung: "Auf unserer Internetseite bieten wir Ihnen umfassende Informationen zu aktuellen Themen und ein umfangreiches Angebot an Informationsmaterial..." Doch gefunden habe ich nichts zum Thema. Kein einziges Wort. Ich bin sprachlos. - Franz-Josef H. Andorf

Tourismuswirtschaft kritisiert Hinhaltetaktik

Die Zeit der politischen Schockstarre muss nach einem Jahr Pandemie endlich vorbei sein.

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) kritisiert die weiter anhaltende politische Blockadehaltung in Sachen Tourismus, Ausgehen und Reisen. „Es ist nicht nur unbefriedigend, sondern auch inakzeptabel, dass die Politik unserer Branche weiterhin jegliche Perspektiven verweigert. Sich erst Ende März überhaupt mit dem Thema Tourismus beschäftigen zu wollen, schlimmstenfalls auch dann völlig unverbindlich, ist ein Schlag ins Gesicht unserer Unternehmer*innen und 3 Millionen Mitarbeiter*innen und macht uns fassungslos.“ Mit diesen Worten kommentiert BTW-Präsident Dr. Michael Frenzel die bislang bekannt gewordenen Pläne für einen möglichen neuen Bund-Länder-Beschluss. „Mit dem erneuten Vertrösten unserer Branche aufs nächste Mal, verbunden mit dem neuerlichen klaren Abraten von allen ‚nicht notwendigen‘ Reisen bis mindestens Ostern, macht die Politik es sich definitiv zu leicht.“

Selbst der Außengastronomie - als einzigem konkret benannten Teil der Tourismusbranche - soll im aktuellen Öffnungsplan nur eine völlig unbefriedigende Perspektive im vorletzten Schritt und damit in weiter Zukunft eingeräumt werden. Frenzel: „Wenn es um das Thema Coronavirus und Reisen geht, geben weite Teile der Politik nach wie vor das sinnbildliche Kaninchen vor der Schlange. Die Zeit der politischen Schockstarre muss nach einem Jahr Pandemie aber endlich vorbei sein. Jetzt sind endlich pragmatische Lösungen gefragt, die Gesundheitsschutz und Reisen unter einen Hut bringen. Den Tourismus sicher gestalten statt plump zu verhindern, muss endlich die Maxime sein.“

Der BTW erwartet, dass die Bund-Länder-Runde nicht erst beim nächsten Treffen am 22. März über Tourismus spricht. Bund und Länder müssen sich vielmehr bereits im Vorfeld in den kommenden drei Wochen auf eine verbindliche, praktikable und akzeptable Lösung für Reisen, Ausgehen und Mobilität verständigen, die zeitnah in die Tat umgesetzt werden kann. Frenzel: „Wir wollen wissen, unter welchen nachvollziehbaren, verhältnismäßigen und begründbaren Bedingungen unsere Betriebe endlich wieder öffnen dürfen. Und wir brauchen endlich eine politische Lösung, die mit und trotz Corona auch dauerhaft ein Maximum an öffentlichem Leben, Freizeit und Mobilität garantiert - erst recht, wenn die vulnerablen Bevölkerungsgruppen hoffentlich schon bald geimpft sind und sich die Gefährdungslage damit deutlich ändert. Alternativen zum für die Bürger*innen wie Unternehmen unbefriedigenden Status quo sind unerlässlich, denn das Coronavirus wird uns voraussichtlich noch lange begleiten.“

(03.03.2021)

Franz-Josef H. Andorf in Titisee-Neustadt im Schwarzwald

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